Montag

Wenn uns die Schreibblockade packt



Wir stolpern leeren Blickes durch die Landschaft oder schlurfen umdüstert durch unsere Stadt, vielleicht tigern wir auch nachts, wenn anderen in Morpheus Armen liegen, mit gepeinigtem Blick zwischen Schreibtisch und Küche hin und her und her und hin.
Dabei hätten wir wahnsinnig viel zu tun! Der Roman, die Geschichte, der Essay, das Sachbuch soll fertig werden! Doch nichts, absolut nichts fällt uns ein, damit der Text endlich weitergeht.
Wir schlagen uns auf die Brust, schreien innerlich: "Du blödes, sinnentleertes Hirn, fasse nur einen guten Gedanken, der reicht, dass ich den nächsten Satz schreiben kann!"
Denn schließlich wissen wir, wenn da nur eine kleine neue Wortfolge entsteht, sind wir wieder im Flow und auf geht's!
Aber leider, nichts passiert. 
Gemeinhin nennen wir Schriftstellerinnen und Schriftsteller diese Erscheinung: SCHREIBBLOCKADE. Und das hauen wir jedem um die Ohren, der indiskreter Weise nachfragt: "Na, wie geht's denn so mit der Scheiberei? Kommst du gut voran?"

Tja, liebe Kolleginnen und Kollegen, wer von uns kennt das nicht? Man hängt und hängt und hängt. Aber ich kann Sie beruhigen, diese Erscheinung gibt es in Wahrheit nicht. Sie dient uns zur Ausrede, wenn wir gerade nicht schreiben wollen und das wird seinen Grund haben. Das klingt vielleicht ungerecht und frech, Sie werden sich denken: "Was will die denn? Die hat doch keine Ahnung, wie ich mich seit Tagen quäle und Hände ringend um Erlösung von der Schreibblockade bete!"
Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, ehe Sie mir mein Blog zusammenschlagen, und gehen Sie in sich.

Überlegen Sie in Ruhe folgendes:
1. Sie können schreiben (sonst würden Sie ja keine Texte verfassen), Sie werden es weiterhin schaffen.

2. Sie können also ganz ruhig darauf warten, dass Ihr "blockierter" Text sich Ihnen wieder öffnet.  Oft ist es so, dass Ihr Gehirn Sie dazu zwingen will, einen gewissen Abstand zu Ihrem aktuellen Text zu bekommen. Sagen Sie sich dann, dass wird schon seinen Sinn haben, denn je weniger Zwang Sie dabei auf sich selbst ausüben, desto schneller wird es passieren, dass Sie weiterschreiben können. Wenn Sie sich stressen, verkrampfen sich die Synapsen im Gehirn, das sind die kleinen elektrischen Leiter, die Informationen aus Gefühlshirn und Lernhirn aktivieren. Klar, dass dann nix mehr geht. Um sich zu entstressen, machen Sie

3. ein paar Entspannungsübungen, indem Sie versuchen, so schlecht wie möglich zu schreiben, schreiben Sie schrecklich, grausam, langweilig, kitschig an Ihrem Text weiter. Dann wird Sie der Zorn packen, ein wunderbarer emotioneller Antrieb, einem Raketenabschuss vergleichbar, und weiter geht es. Klappt das auch nicht, dann schreiben Sie an einer anderen Stelle Ihres Textes weiter, oder einen ganz anderen dazwischen, oder beginnen Ihren "blockierten" Text von vorn zu überarbeiten, denn das müssen Sie ja ohnehin mal machen. Sehr bewährt hat sich bei mir, zum Text passende Musik abzuspielen, das aktiviert das limbische System, das Gefühlshirn. Und ohne Gefühle zu haben, kann man kaum einen Text zu Papier bringen.

4. Sehen Sie zu, dass Sie sich täglich Schreibzeit verschaffen, am Besten immer zur selben Zeit. Mindestens 15 Minuten. Sie werden sehen, Sie kommen wieder in den Flow.

Abschließend sei gesagt, die Erscheinung Schreibblockade gibt es schon, aber sie ist hausgemacht und Hinweis darauf, dass wir uns unbemerkt überfordert haben. Daher machen Sie ganz was anderes, wenn alle oben genannten Tricks nichts bringen, und nutzen Sie die Chance, rauszugehen und zu leben. 
Auch wir Autorinnen und Autoren haben ja außer dem Schreiben immerhin noch ein Leben!

In diesem Sinne viel Spaß mit Ihrer Schreibblockade!

Elsa Rieger

 

    


 

Mittwoch

Referenzen

Hier ein paar Referenzen zu meinen Lektoraten:


Katja Piel, THE HUNTER. Verlag dotbooks

Sie ist sexy.
Sie ist tough.
Und sie jagt paranormale Wesen.

Medina Thompson ist acht Jahre alt, als sie alles verliert. Von einer Pflegefamilie zur nächsten abgeschoben, wird aus ihr ein von Gewalt gezeichneter junger Mensch. Zwölf Jahre nach dem brutalen Mord an ihrer geliebten Grandma und ihrem Bruder Ross erfährt sie endlich, warum die beiden sterben mussten. Sie stellt sich ihrem Schicksal und tritt das Erbe ihrer Großmutter an: Die Jagd auf das Übernatürliche ...

Die ersten sechs Episoden der Fantasy-Thriller-Reihe als Sammelband!


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Und die komplette 1. Staffel, soeben erschienen!


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James Henry Burson, Ich sag's nur dir ... Band 2


James Henry Burson, Ich sag's nur dir ... Band 1

Der kleine James, entwurzelt, heimatlos schon als Baby, wurde von anderen Heimkindern gefragt, ob er der Sohn eines Königs sei. Er ist es leider nicht.
Aber er ist selbst ein König geworden im Lauf der Zeit. Die harte Zeit eines Heimkindes, eines Pflegekindes, vieler Irrwege, Wirrnisse, brutaler Vorkommnisse, wie auch eigener Fehlleistungen und die Einsicht darüber haben ihn wachsen lassen zum König über sein eigenes Leben. Wenn das nichts ist?

Während der Zusammenarbeit von James und mir, die ich die Neuausgabe seines Buches lektoriere durfte, lernte ich diesen König gut kennen.
Er ist kein stolzer, hochmütiger Herrscher, oh nein. Sanft und von demütiger Dankbarkeit gegenüber dem Schicksal ist er. Und dass er überleben durfte, dank seiner „kleinen Armee“, wie er jene liebevollen Menschen nennt, die seinen Lebensweg gekreuzt haben, ihm halfen, Grausamkeiten zu bewältigen. Diese Helferlein haben König James gelehrt, dass es mehr gibt, als das reine Durchkommen. Sie haben ihn gelehrt, dass es das kleine Glück gibt, jeden Tag. Und er hat gelernt, dass man auch ohne Kindheitswurzeln sich eigene Wurzeln schaffen kann, einen Platz im Leben erobern, von dem aus man verzeihend auf die Vergangenheit, die Menschen (die manchmal Unmenschen waren) und auf sich selbst zurückschauen kann. Nur ein wahrer König über das eigene Leben kann dann sagen: „Ja, es ist gut. Es ist gut so, wie es ist.“

Das erneuerte Buch hat nun einen wunderbaren Einband erhalten, den ein russischer Künstler gestaltet hat. Der Text ist verschlankt worden und sein Inhalt auf den Punkt gebracht. Darüber möchte ich nun nicht zu viel sagen, da meine Einschätzung zu subjektiv ausfiele, nachdem ich als Lektorin zu nah dran bin. Aber alles in allem kann ich guten Mutes sagen: Das Buch zu lesen ist eine tolle Erfahrung. Wie ein Mensch, der als wertlos einfach abgegeben wird, es schafft, seinen Wert zu erkennen und etwas aus sich zu machen, ist eine ganz besondere Erfahrung. Lesen Sie!

Elsa Rieger 



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Kerstin Werner, Gefühle zeigen erlaubt

Inhaltsbeschreibung:
Dieses Buch hat ein klares Ziel:
Persönliche Weiterentwicklung!

25 Kurzgeschichten laden dich auf eine Entdeckungsreise ins Innere ein.
Lass’ sie auf dich wirken und erlaube dir, Gefühle zu zeigen.

Die Geschichten sind ein Geschenk ans Unbewusste und lassen viel Freiraum zur Interpretation.
Jeder kann sich wiederfinden und wird von Lösungsmöglichkeiten erfahren, von denen er bislang noch nichts wusste.

Freue dich darauf! 




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Kerstin Werner, Freiheit, ich komme

Inhaltsbeschreibung:
Jeder von uns hat ein Königreich in sich.
Die Autorin hat in ihrem gekramt und
teilt ihre inneren Schätze in diesem Werk.
Es sind Gedanken, Lösungsansätze und Übungen,
die ihr selbst auf dem Weg in die innere Freiheit geholfen haben.
Tauche ein in in ihre Welt.
Vielleicht ist es ja auch deine.
Dieses Buch könnte auf deinem Weg hilfreich sein
und dich stärken, egal, wo du gerade stehst.
Viel Freude beim Entdecken! 







FrühlingsErwachen - Aufbruch, Wandel, Neubeginn. Anthologie

Zum FrühlingsErwachen haben 40 Autoren der Facebookgruppe „WortWerk“ ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und u.a. Lyrisches, Fantastisches, Kriminelles, Tierisches, Historisches, Märchenhaftes sowie Autobiografisches zu Papier gebracht. Dieses Gemeinschaftswerk enthält außerdem zwei Illustrationen, die der bulgarische Künstler Veselin Zidarov eigens für dieses Buch gezeichnet hat. Sie, lieber Leser, haben sogar die Möglichkeit, mit den Autoren in Kontakt zu treten. Besuchen Sie sie auf Facebook in der „Autorengruppe WortWerk“. Erwähnenswert ist noch, dass der Erlös dem Verein Nestwärme e.V. zugute kommt. Auf der Homepage www.paradies-fuer-leseratten.jimdo.com finden Sie eine vielfältige Auswahl bereits veröffentlichter Bücher.




Montag

Alltagshirngespinste: Gastbeitrag von Elsa Rieger: Wie schreibe ich mich...


Zuerst muss mal eine Idee da sein, inspiriert von einer Landschaft, einer beeindruckenden Begegnung, vielleicht einem einzigen Satz, gar einem Duft? Alles kann einem ganz plötzlich als eine Idee ins Gehirn schießen. Und nun ist sie da. Was tun damit?


Man umkreist sie vorsichtig, um sie nicht zu verscheuchen, betrachtet sie von allen Seiten, fliegt sie nicht davon, dann schreibe man sie in einem Satz auf. So, jetzt ist es besiegelt, das Samenkorn im Erdreich versenkt.


Aus dieser Idee schmiedet man die Prämisse. Was will ich also beweisen in meinem Roman? Dass Unrecht nicht gut gedeiht? Dass Liebe allen Schmerz besiegt? Dass ein hartes Schicksal reif macht, belohnt wird? Dass der Teufel, Dämon, Hexenmeister kein Land gewinnt, wenn man nur sich selbst treu bleibt? Nun habe ich eine Prämisse, die ich beweisen werde im Laufe der Geschichte. Was nun? Idee steht festgeschrieben die Prämisse ist formuliert. Wer nun beweist, was ich als Autorin behaupte? Richtig! Das Personal! Wie könnte der Charakter denn geformt sein, der in der Lage ist, diese Heldenreise zu bewältigen, den Hindernissen zu trotzen, zu einem guten Ende zu kommen? oder soll es vielleicht übel ausgehen? Das hängt nun von der Figurenentwicklung ab. Und von den Figuren hängt der genaue Inhalt ab. Ich entwickle meine Protagonisten, Antagonisten, hilfreiche oder feindliche Nebenfiguren (manche fliegen später wieder raus), aber zuerst brauch ich die Darsteller. Ich bastle mir Steckbriefe, in denen die Stärken, Schwächen, das Aussehen, die Neigungen usw. beschrieben sind. Ha, mein Personal ist da!


Und was sollen die jetzt bitte machen? Na die Geschichte vorantreiben, natürlich! Dazu brauche ich aber erst einen Inhalt, den Plot. Aufgrund der Kenntnisse meiner Figuren, der Idee, der Prämisse, baue ich mir ein Exposee, in dem ich die Geschichte auf wenigen Seiten ausarbeite.


Aus diesem Entwurf machen wir eine Story-Outline, was heißt, ich umreiße den Fortgang der Geschichte, indem ich jedem Kapitel 1 Satz schenke, dann weiß ich später, was ich dort ausformulieren muss, um den roten Faden nicht zu verlieren, andernfalls kann ein Autor durchaus umkommen in seinem Roman, der sich als undurchdringlicher Dschungel erweist.


Nach der Outline lege ich los und schreibe Kapitel für Kapitel aus. Wenn mein Personal ausschweift, plötzlich eigene Wege gehen möchte, dann darf es das durchaus für eine Weile tun, schließlich soll ja keine 10 Seiten Erzählung entstehen, sondern ein satter Roman! Aber nach einer Weile sollte man seine Leute wieder sanft zum Ursprung zurückholen und sich an seine eigenen Vorgaben halten. Um jetzt einen ordentlichen Text zuwege zu bringen, ist es ganz gut, sich an das 3-Akte-Prinzip zu halten, das so geht:


 


1. Akt


Einführung der Hauptfigur und deren ganz normalen Wahnsinn, sprich, wie er im Leben dasteht. Sehr schnell kommt der „Call“, der Ruf, der sein Leben auf den Kopf stellen soll, denn ohne Änderung im Leben, kein Roman, keine Figur, keine Prämisse, keine Idee. Plopp, Seifenblase zerplatzt. Kein halbwegs vernünftiger Mensch hat es gern, wenn plötzlich etwas zerrt an ihm, eben der „Call“, und ihn zwingt, etwas anders als bisher zu machen. Daher wird die Figur zunächst versuchen, diesem Ruf auszuweichen, so tun, als höre er gar nicht, dass da was „hallohooo“ schreit, sich panzern dagegen. Damit kämpft der Protagonist während des 1. Aktes, an dessen Ende der 1. Wendpunkt (Plotpoint) steht, er ergibt sich dem Ruf und macht sich auf den Weg.


 


2. Akt


Der 2. Akt sollte zirka doppelt so lang wie der 1. Akt sein, da packt man auch Nebenschauplätze rein, Subplots, die sich mit dem Hauptplot vermengen (natürlich alles mit Sinn und Verstand, es muss schon alles zusammenpassen und einen Grund haben). Während des 2. Aktes bloß keine Heldenschonung betreiben, gib ihm/ihr kalt-warm, lasse ihn von einer Herausforderung, einem Konflikt in den nächsten stürzen, bis er am Ende dieses Aktes ein Häuflein Elend in der absoluten Krise steckt. Nichts geht mehr, der Leser denkt, der Kerl schafft es niemals, da rauszukommen. Also Ende 2. Akt 2. Wendepunkt.


 


3. Akt


Der beginnt in dieser Krise des Helden. Und wenn der Typ nun Mumm in den Knochen hat, mobilisiert er seine letzten Kraftreserven, steht auf und stellt sich! nun hat der Autor es bald ausgestanden, denn der 3. Akt sollte etwa so lang sein wie Akt 1. Formel: 1+3=2


So hat man eine feine, vom Leser natürlich nicht erkennbare Symmetrie in seinem Werk.


In diesem Akt wird alles aufgelöst. Zum Guten oder zum Bösen, je nachdem, was erzählt werden will. Es folgt der „Showdown“, was heißt, der Kampf der Giganten, der durchaus aus ein letzter Konflikt zwischen Liebenden sein kann und Entscheidungen werden getroffen.


Nun gibt es noch den Nachschlag oder auch „Kiss off“ genannt, indem der Leser unseren Helden entweder in den Sonnenuntergang reiten sieht oder sein Begräbnis schluchzend miterlebt. Wir schreiben ENDE darunter und sind fürs Erste fertig. Lehnen uns zurück und schnaufen durch.        


 


Jetzt heißt es warten warten warten! Nicht gleich überarbeiten! Distanz schaffen, bis das Auge wieder klar sieht, dann kann man sich an die Überarbeitung setzten


 


Viel Glück für deinen Roman!


 


Elsa Rieger

Samstag

Aristoteles-Dramatik-Theorie

Nach der Aristoteles-Dramatik-Theorie haben Texte meist am Anfang der Geschichte/des Romans einen Auslöser, der die Geschichte in Gang setzt.
Im Laufe des Textes bestimmen viele kleinere Wendepunkte die Fallhöhe einer Geschichte. Fallhöhe bedeutet, dass sich etwas im Laufe des Textes verändert haben muss, eine Wandlung, ein Ergebnis, eine Antwort eingetreten ist, alles ist anders als am Beginn.

Das Bauprinzip einer Geschichte, die etwas erzählen möchte – ausgenommen sind experimentelle Texte, Tagebuch, Essay - funktioniert in der Regel wie folgt:

Im Idealfall bauen wir 3 Akte auf. Auch eine Kurzgeschichte (dann sind die Akte eben nur ein paar Zeilen lang). Die Verteilung der Aktlängen: 1. und 3. Akt sind halb so lang wie der 2. Akt. In Seiten: 1-2-1

Die Leserin, der Leser wird diese Einteilung im fertigen Buch nicht wahrnehmen, sie dient lediglich den AutorInnen zum Aufbau während des Schreibens.

Donnerstag

texT – lektoraT


Ich biete Hilfestellung bei Ihrer Überarbeitung von Prosa und Sachtexten. Die Arbeit an Ihren Werken bringt Ihnen Feinschliff und Stilsicherheit. Ich entdecken Ihre Logikfehler, biete Ihnen Ausdrucksänderungen an und betrachte den Gesamteindruck Ihres Textes, egal, ob es sich um das perfekte Bauen einer Kurzgeschichte handelt, eines Sachbuchs oder Ihres Roman.
Ich fördere Ihren Erzählstil, denn der Wiedererkennungswert von AutorInnen ist wichtig.

Elsa Rieger